Sonnige Herbststimmung

Themen & Impulse im Oktober 2021

VON EVELYN WURSTER
Eine Retrospektive (kurz: Retro) ist ein wunderbares Tool für Teams, um Erfolge und Entwicklungsfelder sichtbar zu machen. Das Team reflektiert in einer Retro gemeinsam, was im vergangenen Zeitraum gut gelaufen ist, was vielleicht nicht so gut geklappt hat und was im kommenden Zeitraum konkret anders gemacht oder angepackt werden soll.  
Beim Bloggen mache ich auch jeden Monat eine Art Retro:  Themen und Impulse im Monat XYZ. Ich schaue zurück auf den vergangenen Monat und überlege, welche Themen mich in diesem Monat beruflich und privat beschäftigt haben und welche Impulse für Teams und Führungskräfte sich daraus ergeben.
 
Meine Themen im Oktober 2021 sind: FREUNDLICHKEIT, BEGEGNUNGEN und MUT

 

FREUNDLICHKEIT:

Dieses Thema ist mir bei einem meiner Mittagsspaziergänge an der Isar über den Weg gelaufen, bzw. geradelt. Das Herbstwetter hat es diesen Oktober ja wirklich gut mit uns gemeint. Wann immer irgendwie möglich habe ich deshalb einen kleinen Mittagsspaziergang eingelegt, um die Sonne und die herrlichen Herbstfarben der Natur zu genießen.
Bei einem dieser Spaziergänge kam mir eine Radlerin entgegen. Sie trug einen Hoodie mit sehr auffälligem Schriftzug. Meine Augen sind an dem Schriftzug hängen geblieben, und ich habe versucht zu entziffern, was das denn für ein neues Label ist. Meine Augen haben folgendes an mein Gehirn gemeldet: KINDNESS.
Es hat ein bisschen gedauert, bis ich kapiert habe, dass das kein Label ist, sondern ein Statement. (Vielleicht oute ich mich jetzt auch grade als totale Ignorantin, weil es vielleicht tatsächlich ein hippes neues Label ist, das ich noch nicht kenne. Man möge mir verzeihen!)
Kapuzenpulli mit Schild Kindness

 

Leider habe ich kein Bild vom Original Hoody – der sah natürlich viel besser aus 😉

Ich fand diese Idee jedenfalls wunderbar! Anstatt irgendwelche Markenlogos durch die Welt zu tragen, könnten wir uns doch Statements auf unsere Pullis drucken, die uns daran erinnern, wie wir miteinander umgehen wollen.
Mir hat das Lesen des Wortes „KINDNESS“ sofort ein Lächeln auf die Lippen gezeichnet und mir wurde ein bisschen wärmer ums Herz. Dieses Wort hat ein Gedankenfeuerwerk in Gang gesetzt: ich habe angefangen darüber nachzudenken, wie viele Möglichkeiten wir alle jeden Tag haben, um ein kleines bisschen freundlicher miteinander umzugehen. Privat und beruflich.
Es kostet so wenig – und hat so eine große, positive Wirkung: ein aufrichtiges Dankeschön für die Kollegin, die etwas vermeintlich Selbstverständliches geliefert hat. Ein Lächeln für den Kassierer im Supermarkt (geht auch trotz Maske). Ein freundliches Gespräch mit der älteren Nachbarin. Ein kurzes „Hallo wer bist Du und wie gefällt’s Dir hier“ Gespräch mit dem Praktikanten. Etwas mehr Gelassenheit im Straßenverkehr – einfach mal das Auto neben uns einfädeln lassen statt auf die Hupe drücken. Ein bisschen Geduld & Humor, statt rummosern, wenn etwas nicht so zügig geht wie erwartet. Und etwas Nachsicht und ein „Hey – ist alles ok bei Dir?“ mit dem Kollegen, der heute nicht so gut drauf zu sein scheint.
Warum es sich lohnt? Dieses Zitat bringt es für mich auf den Punkt:
“I’ve learned that people will forget what you said, people will forget what you did, but people will never forget how you made them feel.“
Maya Angelou – amerikanische Schriftstellerin, Professorin, Bürgerrechtlerin
(Ich habe gelernt, dass Menschen vergessen, was Du gesagt hast, dass Menschen vergessen, was Du getan hast, aber dass Menschen nie vergessen werden, wie sie sich deinetwegen gefühlt haben)
 
Als Führungskräfte können wir sehr viel Einfluss darauf nehmen, wie Menschen sich fühlen. Nutzen wir es doch zum Besten!
  ♦ Wo haben Sie heute vielleicht schon durch eine kleine, freundliche Gesten dazu beigetragen, dass sich jemand besser fühlt?
  ♦ Wo hätten Sie vielleicht anders oder freundlicher reagieren können?
  ♦ Wo könnten Sie heute noch ein bisschen mehr Freundlichkeit in die Arbeitswelt bringen und damit einen großen Unterschied für die KollegInnen machen?
Wie wäre es, wenn wir uns alle jeden Morgen unseren (virtuellen) KINDNESS Hoodie anziehen, und gemeinsam mit kleinen Gesten die Welt ein kleines bisschen besser machen?

BEGEGNUNGEN

Neben Freundlichkeit waren BEGEGNUNGEN ein zentrales Thema in meinem Oktober.
Bei vielen Workshops, die ich moderiert habe, stand dieses Thema im Fokus. Teams, die sich nach der langen Phase der Pandemie endlich wieder live begegnen. Teams, die neu zusammengefunden haben und sich zum ersten Mal überhaupt persönlich begegnen. Teams, die schon lange zusammenarbeiten, und sich durch einen intensiven Teamentwicklungs-Workshop ganz neu begegnen. Aber auch KollegInnen, die sich im Rahmen eines Online-Workshops zum ersten Mal begegnet sind und überrascht waren, wie viel Nähe und guter Austausch auch online entstehen kann.  
Bei den Live Veranstaltungen war es herrlich zu sehen, wie alle den Austausch und die Begegnung genossen haben: die vielbesagten Gespräche an der Kaffeemaschine, die uns im Online-Format so abgehen. Das Stimmengewirr und das Lachen in den Pausen. Die persönlichen Geschichten beim Essen. Die Möglichkeit für „walk-to-talks“ – Gespräche zu einer spezifischen Fragestellung bei einem Spaziergang. Das Fazit war nahezu immer dasselbe: es ist super, dass so viel jetzt online möglich ist und dass wir einiges davon auch beibehalten. Aber echte Begegnungen sind einfach unschlagbar.  
Auch privat stand mein Oktober unter dem Motto Begegnungen: es gab endlich wieder richtige Geburtstagsfeiern mit vielen lieben Menschen, Gesprächen und Tanzen. Ich war endlich wieder im Kino (James Bond musste sein!) und auch mal wieder bei einem Konzert. Wir hatten eine kleine Hinterhof-Wies‘n mit den Nachbarn, mit Dirndl, Lederhosen und Bier vom Fass. Auch da gab es schöne Begegnungen mit neuen Nachbarn, aber auch neue Begegnungen mit alten Nachbarn, die ich zwar schon seit 10 Jahren „kenne“, aber mit denen ich mich noch nie wirklich unterhalten hatte.

 

MUT

Das dritte Thema, das mich im Oktober beschäftigt hat, ist MUT. Vorhandener oder fehlender. Bei mir selbst oder bei anderen.
Mein Blogartikel „Impulse an mein jüngeres, von einem Changeprozess ziemlich gebeuteltes ICH“ hat mir einiges an Mut abverlangt. Gar nicht so sehr beim Schreiben – aber beim Veröffentlichen. Denn es ist ein sehr persönlicher Artikel. Deshalb habe ich den Artikel auch erst mal gar nicht geteilt. Das hat dann allerdings eine Freundin für mich erledigt. Ohne mein Wissen. Als ich das entdeckt habe wurde mir zuerst ganz mulmig. Dann kamen die ersten begeisterten Rückmeldungen und ich habe gelernt: Mein Artikel hat anderen Menschen Mut gemacht. Wenn wir selbst mutig sind, dann ermutigen wir auch andere!
Wenn wir etwas tun (oder eher nicht tun), dann machen wir uns ja oft sehr viele Gedanken darüber, was alles Schlimmes passieren könnte. Wir machen uns leider sehr viel weniger Gedanken darüber, was alles Tolles passieren könnte. Und deshalb zögern oder hadern wir. Und manchmal lassen wir uns durch diese Gedanken entmutigen und stecken unsere großartigen, mutigen Ideen wieder zurück in die Schublade.
Wir wäre es, wenn wir bei allem, was wir tun einfach immer annehmen, dass das Bestmögliche passiert? Wie viel einfacher wäre es dann für uns, mutig zu sein?
Welche Wirkung hätte das für jede/n Einzelnen von uns? Und welche Wirkung hätte das in Teams?
Vielen Teams täte ein bisschen Mut hier und da gut. Mut, ein kritisches Feedback zu geben. Mut, einmal getroffene Entscheidungen in Frage zu stellen und neu zu bewerten, anstatt einfach so weiterzumachen wie bisher.  Mut, Themen offen anzusprechen, die zwar spürbar mitten im Raum stehen, aber dennoch tabu sind. Mut, sich für andere einzusetzen. Und Mut, auch mal nein zu sagen.
An welcher Stelle könnte Ihr Team ein bisschen mehr Mut vertragen?
Und wie könnten Sie mehr Mut in Ihrem im Team fördern?
Eine wichtige Voraussetzung für mehr Mut im Team ist Vertrauen, und ein positiver Umgang mit Fehlern. (Mehr dazu können Sie in diesem Artikel über Fehlerkultur  lesen.)
Ich bin mir sicher, dass Ihre Teammitglieder bestimmt auch ein paar gute Antworten auf diese Fragen parat haben. Diese Antworten gemeinsam mit dem Team heraus zu finden wäre doch mal wieder ein netter Anlass für eine freundliche Begegnung – oder?
 
Meine Blogartikel im Oktober:
♦  Wie Sie Ihr Team im Changeprozess garantiert nicht mitnehmen
♦ 7 Impulse an mein jüngeres, von einem Changeprozess ziemlich gebeuteltes ICH.
♦ Teamschmerzen: warum es wichtig ist an den Ursachen zu arbeiten statt die Symptome zu lindern
♦ Warum ich Serious Play in Team Workshops liebe

Hallo,
ich bin Evelyn Wurster.
Als Change Consultant und Coach arbeite ich mit Führungskräften und Ihren Teams daran, ihre gemeinsamen Ziele leichter und effektiver zu erreichen.

In meinen Blogartikeln gebe ich Impulse und konkrete Umsetzungstipps, wie Sie mit Ihrem Team den entscheidenden Schritt weiter kommen.

 

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