schwarze und orangefarbene Faszienrolle auf Parkettboden

"Teamschmerzen"? Warum es wichtig ist an den Ursachen zu arbeiten statt die Symptome zu lindern

VON EVELYN WURSTER
Wenn Teams “Teamschmerzen” spüren (d.h. wenn es nicht so läuft, wie Führungskräfte und Teammitglieder sich das wünschen), dann wollen Sie meist eine schnelle effektive Lösung. Dabei ist die Gefahr allerdings groß, dass sie nur an den Symptomen rumdoktern. Denn die Ursachen liegen oft  ganz woanders, als man auf den ersten Blick vermutet. 
Deshalb laufen viele gut gemeinte Team-Initiativen leider ins Leere und bringen nicht den erhofften Erfolg. Dann liegt schnell der Gedanke nahe, dass das ja eh alles gar nichts bringt mit der Teamentwicklung. Und dass man sich die Zeit besser spart und lieber in die “eigentliche” Arbeit investiert. Dabei war die Initiative bestimmt nicht schlecht – es wurde einfach nur an der falschen Stelle angesetzt.

 

Da wo es weht tut wird behandelt – oder nicht?

Warum offensichtliche Schmerzbehandlung nicht immer zum Ziel führt möchte ich Ihnen mit einer kleinen Geschichte erzählen:
Während der Corona-Zeit habe ich mal wieder ausprobiert, ob das Laufen nicht doch eine Sportart für mich sein könnte. Ich gehe gerne Wandern und Radfahren, ich ziehe im Sommer mit Begeisterung meine Bahnen im Freibad, im Winter gehe ich gerne auf Skitouren und ich liebe meine Kraft- und Ausdauerkurse im Fitnessstudio. Mit dem Laufen ging es aber nie lange gut. Weil ich mir früher oder später immer irgendwelche Schmerzen zugezogen habe. Aber da wegen dem C-Wort eine Zeit lang andere Sportmöglichkeiten weggefallen waren, wollte ich in diesem Frühjahr mal wieder ausprobieren, ob das Laufen und ich nicht doch noch Freunde werden können.

 

Eigentlich lief es ganz gut – aber plötzlich waren diese Schmerzen da 

Der erste Versuch lief auch erstaunlich gut – es war viel weniger anstrengend als gedacht und es hat sogar Spaß gemacht. Hochmotiviert bin ich also ein paar Tage später zur zweiten Runde aufgebrochen. Und dann schlug der alte Fluch wieder zu: ungefähr nach der Hälfte meiner Laufrunde machten sich plötzlich Schmerzen an der Ferse bemerkbar. Ich habe eine kleine Pause gemacht, ein bisschen gedehnt, und bin dann – mit zusammengebissenen Zähnen – weitergelaufen. Irgendwie musste ich ja nach Hause kommen und ich habe mir eingebildet, dass es nach einer Weile auch gar nicht mehr so weh tut…  
In den kommenden Tagen und Wochen habe ich das böse bereut. Die Schmerzen waren so heftig, dass ich zeitweise nicht mal mehr richtig gehen konnte.

 

Ich wollte diese Schmerzen loswerden – und zwar schnell. 

Ich wollte diese Schmerzen loswerden. Aber wie? Für einen Arztbesuch war es mir noch zu früh – ich dachte, dass sich das schon wieder gibt. Schmerzmittel kamen auch nicht infrage. Ich wollte ja die Ursache beheben und nicht einfach den Schmerz ausblenden. 
Also habe ich erst mal ein bisschen gelitten und selbst rumgedoktert. Ich habe meinen Fuß gedehnt und versucht, die Schmerzen mit Faszienrollen und Golfbällen wegzurollen. Ich habe gegoogelt und kam zu dem Schluss, dass ich vielleicht einen Fersensporn habe und deshalb unbedingt weiche Schuhe tragen sollte. Das hat ein bisschen geholfen. Aber weg waren die Schmerzen nicht.

 

Wenn ich die schmerzende Stelle bearbeite muss es doch besser werden!

Ich habe also weiter immer schön die schmerzende Stelle bearbeitet und ganz tief in den Schmerz geatmet. In der Hoffnung, dass es irgendwann schon besser werden wird.
Es wurde aber nicht wirklich besser. Deshalb habe ich eine Osteopathin zu Rate gezogen. Die sagte mir, dass der Schmerz gar nicht von der Ferse her kommt, sondern von der Wade. 

 

Und wenn die Ursache ganz woanders liegt als auf den ersten Blick ersichtlich?

Sie meinte, ich solle statt meiner Ferse lieber die Wade bearbeiten und den vorderen Fußbereich dehnen. Gesagt getan. Ich habe also fortan mit Tennisbällen meine Wade bearbeitet und die vorgeschlagenen Übungen gemacht. Und siehe da – die Schmerzen ließen tatsächlich nach. Ich konnte es kaum fassen.
Wie kann es denn sein, dass diese heftigen, stechenden Schmerzen in der Ferse einfach verschwinden, wenn ich meine  Wade bearbeite?
Die Ursache lag ganz woanders, als die Schmerzen vermute ließen. Das Rumdoktern an den Symptomen hat mich keinen Schritt weitergebracht.
Im Gegenteil. Große Schritte konnte ich erst wieder machen, nachdem ich die Ursache gefunden und behandelt hatte. Nach ein paar Wochen war ich wieder völlig schmerzfrei. Das mit dem Laufen hab ich allerdings vorerst wieder an den Nagel gehängt…
Was hat jetzt meine Ferse mit Ihrem Team zu tun?
Und wieso erzähle ich diese Geschichte in dieser Ausführlichkeit?

Viele Teams klagen über “Teamschmerzen”

Ich erzähle Ihnen diese Geschichte, weil Teams häufig etwas ganz ähnliches erleben. Viele Teams klagen über „Teamschmerzen“. Und die meisten Teams, die ich kenne, wollen schnelle Lösungen um wieder “fit” und leistungsfähig zu sein.
 
Manchmal sind die Schmerzen in Teams eher diffus und schwer zu greifen.
Ich höre dann oft Sätze wie:
♦ „Die Zusammenarbeit läuft irgendwie nicht so rund.“
♦ „Das Teamgefühl könnte stärker sein.“
♦ „Irgendwie hatten wir schon mal mehr Spaß bei der Arbeit.“
♦ „Alle sind so empfindlich – jedes Wort muss man auf die Goldwaage legen.” 
♦ „Wir liefern zwar gute Ergebnisse, aber irgendwie sind wir kein richtiges Team.“
 
Manchmal sind die Schmerzen in Teams auch stechend und klar lokalisierbar. Dann höre ich oft Sätze wie:
♦ „Wir brauchen mehr Struktur und bessere Prozesse.“
♦ „Wir ersticken in Arbeit – wir müssen mehr priorisieren.“
♦ „Wir brauchen klarere Ansagen und genaue Richtlinien.“
♦ „Ich kann mit KollegIn XY nicht zusammen arbeiten – der/die macht mich wahnsinnig.“
 
Wenn wir solche Sätze hören, dann haben viele von uns spontan ein paar Ideen, was wir tun könnten, um diese Schmerzen loszuwerden. Aber diese spontanen Ideen behandeln oft nur die Symptome. Sie massieren oft nur die Schmerzstelle (wie in meinem Fall die Ferse).
Das hilft aber nicht, wenn die Ursache ganz woanders liegen. Die Folge: die Schmerzen bleiben. Und wir sind frustriert, weil unsere Anstrengungen vergebens waren.

 

Wo liegen die Ursachen für “Teamschmerzen”?

Beim Laufen entstehen Schmerzen meist durch Fehlbelastung, unsaubere Technik, Überlastung oder weil man sich mal wieder keine Zeit fürs Aufwärmen und Dehnen genommen hat.
 
Teamschmerzen können ganz ähnliche Ursachen haben, zum Beispiel:
♦ Wenn Rollen und Verantwortlichkeiten im Team nicht geklärt sind, kann das zu „Fehlbelastungen“ wie Mehr- und Doppelarbeit führen.
♦ Wenn „unsaubere Technik“ bei Kommunikation und Feedback zum Einsatz kommt, sind oft  Missverständnissen und Konflikten die Folge.
♦ Wenn Ziele und Erwartungen nicht klar sind, werden häufig Extraschleifen gedreht und das führt zu Frust und Überlastung 
♦ Wenn sich ein Team keine Zeit nimmt, sich gegenseitig besser kennen zu lernen und Vertrauen aufzubauen, dann kann das genauso wie fehlendes Aufwärmen und Dehnen beim Laufen in der Team Zusammenarbeit  zu (Ver-) Zerrungen und Schmerzen führen.
 

Wenn wir Teamschmerzen wahrnehmen, dann ist die Versuchung groß, nach einer schnellen Lösung zu suchen

Schmerzen sind sehr unangenehm – egal ob an der Ferse oder im Team. Bei der Suche nach der schnellen Lösung lauert aber eine fiese Falle: wir laufen Gefahr, an den Symptomen rumzudoktern, statt den Ursachen auf den Grund zu gehen.
Oft denken wir, dass wir einfach nur die schmerzende Stelle behandeln müssen, damit es besser wird. Aber wie bei meinen Fersenschmerzen liegen die Ursachen oft ganz woanders. Und dann wundern wir uns, dass unsere „Schmerztherapie“ nicht den gewünschten Effekt bringt oder die Situation sogar noch verschlechtert
 
Im Teamalltag kann sich das dann so äußern:
♦ Mehr Struktur und bessere Prozesse helfen nicht, wenn die Ziele und Strategien unklar bleiben.
♦ Ein Team-Ausflug in den Klettergarten wird nicht zu einem stärkeren Teamgefühl führen, wenn sich die Teammitglieder im Alltag kein offenes und direktes Feedback geben.
♦ Ein vermittelndes Gespräch mit der Führungskraft wird Missverständnisse und Befindlichkeiten zwischen Kolleg*innen nicht ausräumen, solange sie nicht verstehen, wie sie selbst und die anderen „ticken“.
♦ Klarere Ansagen und genaue Richtlinien können auf Dauer kein Ersatz für Vertrauen und positive Fehlerkultur in einem Team sein.
 

Hat Ihr Team Teamschmerzen? 

Wie sieht es denn in Ihrem Team aus? Leidet Ihr Team unter Teamschmerzen? Und wenn ja – sind Sie schon dran, die Ursachen  zu beheben oder doktern Sie eher an den Symptomen rum? 
Machen Sie jetzt den kostenlosen Team-Check und Sie bekommen ein klares Bild, wo die Ursachen für Teamschmerzen in Ihrem Team liegen – und wie Sie sie behandeln können. 
 

Hallo,
ich bin Evelyn Wurster.
Als Change Consultant und Coach arbeite ich mit Führungskräften und Ihren Teams daran, Ziele leichter und effektiver zu erreichen.

In meinen Blogartikeln gebe ich Impulse und konkrete Umsetzungstipps, wie Sie mit Ihrem Team den entscheidenden Schritt weiter kommen.

 

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